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Kloster Calvarienberg Ahrweiler
Geschichtlicher Überblick Aus
der Geschichte des Calvarienberges Der
Calvarienberg bei Ahrweiler, zu dem ein barocker 14 -StationenKreuzweg aus
dem Jahr 1732 hinaufführt, wurde 1996 in den "Atlas der europäischen
Heiligen Berge (Sacri Monti), Kreuzwege und Andachtsstätten" aufgenommen.
Sacri Monti sind Bergkuppen, heilige Orte, die Menschen zum Gebet aufsuchen.
Der Ahrweiler Calvarienberg, der zu den ältesten Anlagen dieser Art in
Deutschland gehört, weist Merkmale auf, für die es in allen Gründungen aus
dieser Zeit Parallelen gibt. So soll der Abstand des jeweiligen Ortes zur
Bergkuppe mit der Entfernung zwischen dem Prätorium des Pilatus in Jerusalern
und dem Berg Golgotha identisch sein. Dazu
schreibt der ‚Rheinische Antiquarius': „Im Jahre 1440 kam ein hochachtbarer
Ritter, nachdem er zu Jerusalem aus den Händen des Guardians der Minderbrüder
in dem Heilandskloster den Orden des Heiligen Grabes empfangen hatte, nach
Deutschland zurück. Das Glück begleitete seine Schritte, daß er des
Erzstiftes Cöln Stadt Ahrweiler erreichte, Hier fiel ihm, dessen Phantasie
erfüllt von den im Laufe seiner Pilgerfahrt gesehenen heiligen Orten, die
Ähnlichkeit von Ahrweiler mit Jerusalem auf. In der Ahr glaubte er den Bach
Cedron wiederzufinden; der anmutige Hügel auf der Südseite ‑ der Stadt
gegenüber ‑ schien ihm eine Darstellung des Kalvarienberges; in dem
Dorfe Gerhardshofen an des Hügels Fuß schaute er den Garten Getsemani. Er maß
die Entfernung, und es ergab sich, daß es von dem Hügel bis zur St.
Laurentius Pfarrkirche binnen Ahrweiler genau so weit als von dem
Kalvarienberg in Jerusalem zu dem Prätorium des Pilatus war. |
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Die
Entdeckung wurde sofort veröffentlicht, und Senat und Volk von Ahrweiler
verpflichteten sich durch Gelübde, den besagten Hügel dem gekreuzigten
Heiland und seiner schmerzhaften Mutter zu weihen, nachdem vorher der Galgen
des Hochgerichts, der bisher auf diesem "Kop" gestanden, nach der
Eilig verlegt sein würde. Auf dem "Kop", von jetzt an Kalvarienberg
genannt, wurde nun ein demütiges hölzernes Kapellchen mit einer Abbildung des
sieghaften Kreuzes samt einem konsekrierten Altar errichtet." Urkundlich
lässt sich ein erstes Gotteshaus auf dem Calvarienberg für das Jahr 1502
nachweisen. Mittelbar haben wir Kenntnis davon durch die Franziskanerchronik
im Archiv des heutigen Ursulinenklosters, deren erste Eintragung allerdings
aus dem Jahr 1650 stammt. Die Quelle des Chronisten ist ein Werk des
Franziskaners Jacobus Polius, das zwischen 1640 und 1650 erschienen ist. In
der Chronik des Calvarienberges ist ein Ablassbrief aus dem Jahr 1502
kopiert, der den Besuchern der Kapelle auf dem Calvarienberg einen Ablass
gewährte. Am
14. September 1505 konsekrierte Weihbischof Dietrich von Köln den Altar
dieser Kapelle. Die Urkunde, die er bei der Weihe im Reliquiengrab
deponierte, wurde 1671 beim Abbruch des Altars gefunden und vom Chronisten
kopiert. Bei
dieser Kapelle handelte es sich um einen sehr schlichten Bau. Zur Stadtseite
hin hatte man eine Mauer aus Lehm gebaut (offensichtlich eine Fachwerkwand),
während die der Stadt abgewandte Südmauer aus Stein errichtet war. Nach der
Chronik befand sich bereits in dieser ersten Kapelle die heutige spätgotische
Kreuzigungsgruppe, zu der allerdings noch eine Statue der hl. Maria Magdalena gehörte. Der
Ahrweiler Calvarienberg entwickelte sich rasch zu einer vielbesuchten
Wallfahrtsstätte. Die Zahl der Besucher wuchs derart, dass ein größeres
Gotteshaus nötig wurde. Zwischen 1625 und 1627 ersetzte Johannes Gohr, Bürger
der Stadt Ahrweiler, unterstützt von wohlhabenden Mitbürgern, die erste Kapelle
durch eine größere. Der Chronist, der die erste Kapelle noch kannte, gibt die
Maße der neuen wie folgt an: 57 Fuß lang und 25 Fuß breit. Aus dieser Zeit
der zweiten Kapelle ist noch die Krypta erhalten. Sie befindet sich unter dem
Westteil der Kirche und enthält die 14. Station des Kreuzwegs, der von der
Ahrbrücke zum Calvarienberg führt. (vgl.
Ursulinenkongregation Calvarienberg-Ahrweiler, Kunstverlag Josef Fink,
Lindenberg 2003) 1630 errichteten die Franziskaner ein Kloster auf dem Calvarienberg. Am 31.Januar 1664 wurde der Grundstein für die heute noch bestehende Kirche gelegt. 1803 mussten die Franziskaner im Zuge der Säkularisation den Calvarienberg verlassen, der französisches Nationaleigentum wurde. Am 30.01.1806 erwarb Vikar Jakob Giesen von Ahrweiler den Calvarienberg, der nach seinem Tode zuerst an seine Erben, dann an die sogenannte "Berggesellschaft" überging. Verschieden Versuche, die Klosterräume für Unterrichtszwecke zu Nutzen scheiterten. Der Ursulinenkonvent in Monschau, der wegen der ungesunden Lage des
Klosters einen anderen Ort der Niederlassung suchte, erfuhr von dem
leerstehenden Franziskanerkloster in Ahrweiler. Nach langwierigen
Verhandlungen und vielen Schwierigkeiten konnte der Konvent am 28. August
1838 unter der Leitung von Mutter Teresia Schäfer nach Ahrweiler übersiedeln.
Die Ursulinen gründeten zunächst eine Elementar- und höhere Schule mit
Pensionat für Mädchen. Heutige Situation Zur Ursulinenkongregation Calvarienberg- Ahrweiler gehören die Konvente in Aachen, Krefeld und Trier. Unsere apostolische Aufgabe sehen wir vor allem im Bereich von Bildung, Erziehung und Seelsorge. Mitte unseres Gemeinschaftslebens ist die tägliche Eucharistiefeier. Laudes und Vesper (Morgen- und Abendlob) beten wir nach dem "Stundenbuch" der Kirche. Unverzichtbar sind für uns auch Zeiten des persönlichen Betens und der Meditation. Auf dem Calvarienberg - Ahrweiler führen wir ein Gymnasium für Mädchen und Jungen, eine Realschule für Mädchen, ein Internat und ein Tagesinternat. Hier befindet sich das Blandinen-Archiv. Viele Pilger kommen, um die selige Sr. Blandine Merten zu verehren. Das Geistlichen Zentrum gibt allen Interessierten die Möglichkeit, an Exerzitien, Besinnungs- oder Einkehrtagen sowie an „Tagen der Stille“ teilzunehmen. Ordensinteressierte können sich für „Kloster auf Zeit“ melden. In Aachen gibt es das Mädchengymnasium St. Ursula, |
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